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Schottland

Unser ausführliches Reisetagebuch könnt ihr  hier nachlesen. Dort findet ihr jede einzelne Station unserer Reise mit vielen Fotos und einer Karte. Deshalb möchte ich an dieser Stelle auch nicht nochmals alles zusammenfassen, sondern nur auf einzelne Highlights eingehen:

Die Briten und der Linksverkehr

Immer wieder kamen wir völlig problemlos mit den Einheimischen in Kontakt. Die Briten sind bekannt für ihre Freundlichkeit und das kann man hier tagtäglich erleben. Dass man sich zum Beispiel beim Wandern freundlich grüsst, ist absolut selbstverständlich. Funktioniert der Parkticket-Automat nicht richtig, verkürzt man sich die Zeit mit einem Schwatz. An der Kasse im Supermarkt wird man gerne mal gefragt, wie es einem so geht und was man denn heute noch so vor hat. Wenn der Bauer seinen Container zum Sammelplatz rollt winkt er schon von Weitem freundlich zu und verwickelt einen in ein Gespräch.

Oder das Beispiel vom pensionierten, schottischen Ingenieur, der uns auf dem Tesco-Parkplatz ansprach. Er zeigte uns seinen alten Kastenwagen, den er inzwischen zum dritten Mal neu ausgebaut hat, weil die ersten beiden Versionen nicht gut genug waren. Die Unterhaltung mit ihm war ungezwungen und angenehm.

Oder der junge Mann, der plötzlich vor uns stand, als wir uns vor dem Wohnmobil aufhielten, um uns zu fragen, ob er einen Schraubenzieher ausleihen dürfe. Ihnen sei ein Tisch kaputt gegangen und sie hätten kein Werkzeug, um ihn zu flicken. Er kam auch tatsächlich nach ein paar Minuten mit dem Schraubenzieher zurück. 😂

Auch sehr schön waren die zwei Tage am Meer in North Berwick. Die Camper unterhielten sich hier vor und zwischen den Wohnmobilen stundenlang. Christoph vermutete zwar, dass sich die Camper hier kannten, aber ich bezweifle das, denn auch wir wurden genauso ins Gespräch eingebunden, als wir uns dazu gesellten. Der eine Schotte schenkte uns zum Abschied ein paar Blüten aus seinem riesigen Blumenstrauss, den er im Wohnmobil hatte. Die anderen Nachbarn (aus Nottingham) trafen wir auf dem nächsten Stellplatz bewusst wieder. Er führte uns bei unserer Ankunft sofort umher und sagt, was wir alles sehen und unternehmen könnten.

Irgendwie sind diese Erlebnisse so typisch britisch. Nebst der wunderschönen Landschaft ein Grund, weshalb ich dieses Land so liebe und immer wieder gerne herkomme!

Auch auf den Strassen waren die Nordländer absolut freundlich und zuvorkommend. Der Umgang war unglaublich respektvoll! Es wurde frühzeitig Platz gemacht, gekreuzt wurde in angemessener Geschwindigkeit, man wurde gegrüsst, ob nun im Wohnmobil oder auf dem Fahrrad. Vereinfacht gesagt: je ländlicher, desto freundlicher und entspannter. Die Erlebnisse waren einfach nur schön!
Wie angenehm dieser respektvolle Umgang ist, wurde uns im Süden von England schlagartig bewusst. Die Nebenstrassen waren hier sehr eng und in einem teilweise desolaten Zustand. Trotzdem wurde hier gefahren wie die Irren. Auf engen Strassen verlangsamen um sicher zu kreuzen, kennen sie hier nicht. Die haben hier offensichtlich Eier aus Stahl. 😱 Alles andere als angenehm für uns. Die linke Seite unseres Wohnmobils ist  von den Sträuchern entsprechend zerkratzt. 😡

Ich persönlich empfand den Linksverkehr nie als etwas Schlimmes, für Christoph hingegen ist es wohl der blanke Horror. Nach unserer Ankunft, im ersten mehrspurigem Kreisel mit Ampelanlage, hätte er vermutlich direkt wieder umgedreht, wenn er denn den Ausweg wieder gefunden hätte. Dafür ist er die schmalen Single Track Roads gefahren. 

Allerdings muss erwähnt sein, dass man sich mit einem normalen Wohnmobil nicht alleine in den Linksverkehr stürzen sollte. Bei einem PKW oder Bus, wo man gute Rundumsicht hat, ist das klein Problem. Bei einem Wohnmobil, wo man nach schräg rechts hinten nichts sieht, ist man zwingend auf den Beifahrer angewiesen. Wir hatten sehr viele Situationen an Kreuzungen, wo ich im Fenster den ankommenden Verkehr nicht mehr sah aber auch noch nicht im Aussenspiegel. Alleine wäre man in dieser Situation blind und vollkommen aufgeschmissen!

Kulinarik

Britannien ist nicht unbedingt für ihre vorzügliche Küche bekannt. Zu unrecht wie wir finden! Wir haben die Gelegenheiten genutzt und sind so oft wie möglich auswärts essen gegangen. Schliesslich wollen wir ein Land auch auf diese Weise kennen lernen. Ganz oben auf der "das musst du probieren"-Liste stand Haggis. Das schottische Nationalgericht, das einem beim Lesen schon die Übelkeit ins Gesicht treibt: Schafsmagen gefüllt mit Herz, Leber und Lunge. Wir waren überrascht und erfreut, als wir unsere Vorspeisen-Version probiert hatten. Es hat richtig gut geschmeckt! Auch sonst haben wir nach Möglichkeit aussergewöhnliche Gerichte probiert und wurden nie enttäuscht! Uns ist jedoch aufgefallen, dass man hier etwas zurückhaltender mit dem Salz umgeht als wir es uns gewöhnt sind.

Welcome to the Highlands

Ach ja. Man kann vermutlich viel über die Schönheit und Faszination der Highlands schreiben, doch verstehen kann es wirklich nur der, der sie selber gesehen und erlebt hat. Ist einfach so...

Whiskey

Das eigentliche Ziel unserer Reise waren die Whisky-Destillerien, zumindest für Christoph. Nicht alle haben ein Besucherzentrum, das man besichtigen konnte.

In der Kilchoman-Brauerei buchten wir eine ausführliche Besichtigungstour. Ich versuchte alle Informationen für Christoph zu übersetzen, doch unsere Tourführerin war eine begnadete Schnellsprecherin. 😂 Glücklicherweise kannte Christoph die Abläufe bereits und ich musste ihm nur noch die Zahlen um die Ohren hauen. 

Eine genaue Beschreibung der Whisky-Herstellung findet ihr bei Wikipedia.

Falkirk Wheel und The Kelpies

Diese beiden eindrücklichen Bauwerke sind rund um Falkirk unweit von Endinburgh gelegen. Das Schiffshebewerk besuchten wir am Sonntag Nachmittag, wodurch es ziemlich überlaufen war. Bei den Kelpies waren wir am frühen Morgen und konnten sie in ruhigerer Atmosphäre erleben konnten. Die Mechanik des Falkirk Wheel funktioniert beeindruckend "einfach" durch seine grossen Zahnräder. Aber auch wenn die Kelpies keinem Zweck ausser der Optik dienen, so empfanden wir sie doch als sehenswerter und faszinierender. Die Geschichte dahinter (siehe weiter unten) und die Idee eines Künstlers (Zeichnung) rundete unseren Eindruck ab.

Das Schiffshebewerk Falkirk Wheel ist das erste und einzige rotierende Schiffshebewerk der Welt. Dieses herrliche und äußerst praktische Meisterwerk der Ingenieurskunst verbindet den Forth & Clyde-Kanal mit dem Union-Kanal. Der Bau des Hebewerkes begann 1998 und dauerte 4 Jahre. Die gesamte Konstruktion hat einen Durchmesser von über 35 Metern und eine Masse von 1800 Tonnen. Der Höhenunterschied zwischen den Wasserwegen beträgt 24 Meter. Zwei wassergefüllte Tröge sind an ihren Enden in je zwei gegenüberliegenden Auslegern einer Radnabe mit horizontaler Drehachse angeordnet. Die Tröge liegen parallel zur Drehachse in kreisrunden Ausschnitten der Ausleger und werden darin über eine Zahnradmechanik gedreht, damit sie während der Drehung des Rades ihre horizontale Position beibehalten. 

Ein Kelpie ist ein schottischer Wassergeist, der in den Flüssen der Highlands lebt. Laut Überlieferung schaut der Kelpie aus wie ein wunderschönes, tiefblau-schwarzes Pferd mit Robben ähnlichem Fell. Den Menschen zeigt es sich zunächst wie ein friedliches und freundliches Tier, so als ob es ein zahmes Pony wäre, welches sich verirrt hat und in einen Fluss gestürzt ist. Doch wehe dem Menschen, der sich darauf einlässt es zu streicheln, oder auf das Pferd zu setzen, um zum Beispiel einen Fluss sicher auf dessen Rücken zu überqueren! Der Mythologie nach galoppiert es dann mit seinem Reiter davon und stürzt sich in die Fluten des tiefen Flusses, um den Menschen tief unten am Grund des Gewässers aufzufressen.

Glasgow

Glasgow ist eine Industriestadt, entsprechend sieht sie auch aus. Man sagt ihr nach, dass sie schmutzig ist, was wir an vielen Ecken leider nur bestätigen können. Die Städter tragen einfach keine Sorge zu ihrer Umwelt. Wir konnten zusehen, wie die Menschen auf einem Parkplatz ihren Müll aus dem Auto warfen obwohl keine 2 Meter nebenan ein Mülleimer stand.

Architektonisch hingegen haben wir hier viel Interessantes gesehen. Ein Mix zwischen alt und neu. Die vielen überdimensionalen Graffitis, für welche Glasgow ebenfalls bekannt ist, sind eine Klasse für sich!

Kreidefelsen Seven Sisters

Wir besichtigten die Kreidefelsen von Birling Gap aus und wanderten ein kleines Stück den Klippen entlang bis zum Beachy Head Leuchtturm. 


Die Stellplätze

Stellplatz in Bergues

grosszügiger Kiesplatz beim Sportplatz, wenige Gehminuten ins Zentrum

kostenlos, keinerlei Versorgung, Abfalleimer

Koordinaten: N46°54.044  E8°56.043

Restaurant-Stellplatz The Hadrian Hotel

Kiesparkplatz vom Hotel, Konsumation erwünscht, Essen ist gut (nachsalzen)

kostenlos, keinerlei Versorgung

Koordinaten: 55.01439, -2.13278 

Parkplatz bei der Schleuse

grosser Asphaltparkplatz, leicht schräg, schmutzig, Veloweg zum Falkirk Wheel am Kanal entlang, Strasse gut hörbar aber nachts ruhig

kostenlos, keinerlei Versorgung

Koordinaten: 55.98863, -3.91659

Parkplatz in Lochearnhead

grosszügiger Asphaltparkplatz, direkt an der Strasse, nachts aber ruhig, kein Zugang zum See (alles privat) 

kostenlos, keinerlei Versorgung, Picknickbänke, Toiletten, Wasserentnahme in kleiner Menge möglich

Koordinaten: 56.38541, -4.28004 

Wanderparkplatz am Loch Achtriochtan

Asphaltparkplatz direkt am Loch, Strasse gut hörbar, nachts ruhig, Touristen kommen und gehen im Minutentakt, gegen Abend leert sich der PP,  super Essen im Clachaig Inn (15 Gehminuten entfernt)

kostenlos, keinerlei Versorgung, schlechter Handyempfang, kein Sat-Empfang

Koordinaten: 56.38541, -4.28004

Stellplatz Tesco in Oban

4 Stellplätze, auf einem Schild heisst es zwar, dass man nicht übernachten darf, aber sowohl WoMo als auch LKW-Fahrer übernachten auf dem Platz, würde sonst auch gar keinen Sinn machen

£10/24h, keinerlei Versorgung, Abfalleimer, Toiletten im Tesco

Koordinaten: 56.40942, -5.47108

Parkplatz bei der Laphroaig Destillerie

Normaler, asphaltierter Parkplatz für Besucher, auf dem neuen Teil steht man etwas sichtgeschützt, wir wissen nicht ob man hier offiziell übernachten darf (keine Verbotsschilder)

kostenlos, keinerlei Versorgung

Koordinaten: 55.63047, -6.15037

Wanderparkplatz am Machir Bay

Kleiner Kiesparkplatz, Zufahrt über Single Track Road, wenige Gehminuten bis zum Meer, ruhig

kostenlos, keinerlei Versorgung, kein Handy-Empfang

Koordinaten: 55.78276, -6.45385

Campingplatz Port Mor

Direkt am Meer, SP mit Strom sind gekiest, sonst auf grosser Wiese, Sanitärblock ok, gute Duschen

£22 für 2 Personen inkl Strom, V/E/S/C, Restaurant, grosser Spielplatz, 

Koordinaten: 55.73368, -6.38596

Wanderparkplatz am Loch Ardnave

Parkplatz auf Wiese direkt am Loch, ruhig, Sackgasse 

kostenlos, keinerlei Versorgung, schlechter Handy-Empfang

Koordinaten: 55.87212, -6.33952 

Wanderparkplatz Mull of OA

grosszügiger Kiesparkplatz, Sackgasse, windig, grossartige Aussicht (bei schönem Wetter)

kostenlos, keinerlei Versorgung, Abfalleimer, Picknickbänke

Koordinaten: 55.59775, -6.31703

Pub-Stellplatz Slanj Pub

grosser Asphaltparkplatz, Essen war in Ordnung (nicht hochstehend), aber sehr freundlich und bemüht

bei Konsumation kostenlos, keinerlei Versorgung

Koordinaten: 56.20294, -4.72014

Parkplatz im Hogganfield Park

Aspahltparkplatz, Stadtnähe, vermehrt Assoziale die ihren Müll einfach auf den Boden werfen

kostenlos, keinerlei Versorgung, Abfalleimer

Koordinaten: 55.87837, -4.17759

Silversands Bay Aberdour

mehrere Parkplätze, beim Leuchtturm sensationelle Aussicht aber extrem windig

Tagespauschale £1,50 (wo bezahlen?), keinerlei Versorgung, Abfalleimer, beim Strandhaus gibts Toiletten und Frischwasser in kleinen Mengen

Koordinaten: 56.05055, -3.28484

Parkplatz North Berwick

kleiner Asphaltparkplatz direkt am Strand, grossartige Aussicht mit tollen Sonnenuntergängen, man muss Glück oder Geduld haben um hier einen Platz zu bekommen

kostenlos, keinerlei Versorgung, Abfalleimer

Koordinaten: 56.05741, -2.69848

Wanderparkplatz Nose's Point, Seaham

Asphaltparkplatz, Sackgasse, grossartige Aussicht, direkt oberhalb vom Strand

kostenlos, keinerlei Versorgung, Abfalleimer, Picknickbänke

Koordinaten: 54.82361, -1.32231

Campingplatz Bleak House Farm, York

Kleiner Campingplatz, unparzellierte SP auf Wiese, kein Strom, kein Sanitärgebäude

£8, V/E/C, Abfalleimer, Frischwasser auf Platz, Picknickbänke

Koordinaten: 53.93907, -1.05845 

Riverside Gardens Campside, Retford

Kleiner, liebevoll angelegter Campingplatz auf Wiese, direkt an einem Bach, kein Strom, Picknickbank vor jedem SP, direkt an Strasse

£10, V/E/C, WC, Duschen, Abfalleimer, Frischwasser auf Platz, eingezäunter Hundebereich

Koordinaten: 53.25226, -0.98312

Pub-Stellplatz The Bell Inn

grosser Kiesparkplatz oder Wiese, knorziges kleines Pub, Essen war gut

Bei Konsumation kostenlos, Frischwasser möglich

Koordinaten: 52.00511, 0.20036

Pub-Stellplatz The White Hart

Grosser Kiesparkplatz, direkt an der Verbindungsstrasse, edles Pub, richtig gutes Essen

Bei Konsumation kostenlos, keine V/E

Koordinaten: 50.94264, 0.43104 

Parkplatz am Hafen

Parkmöglichkeit in kleinem parkähnlichem Hafen,

kostenlos, keine Versorgung, Abfalleimer, Picknickbänke

Koordinaten: 50.12419, 3.18267

Freistehplatz am Rhein

Direkt am Rhein, sehr ruhig gelegen, Baden ist möglich

kostenlos, keine Versorgung

Koordinaten: 48.2976, 7.67975

23 Übernachtungen:

3 Nächte auf offiziellen Campingplätzen, einer davon mit Strom

4 Nächte bei Pubs/Restaurants, was jeweils mit einem Abendessen verbunden war 

2 Nächte auf offiziellen Stellplätzen, einer davon gebührenpflichtig

14 Nächte auf Parkplätzen oder Freistehplätzen, alle kostenlos

Total haben wir für die kostenpflichtigen Stellplätze £52 (etwa CHF 63) ausgegeben

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