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Heimreise - 4. und letzter Teil

Die letzte Nacht in Pula stand unter keinem guten Stern. Was sich die letzten drei Tage abgezeichnet hatte, wurde leider war. Cara war dabei zu sterben. Sie verweigerte erst das Essen, zuletzt auch das Trinken. Ich blieb praktisch die ganze Nacht an ihrer Seite. Sie war ruhig, hatte aber Durchfall und erbrach sich immer wieder. Das wollte ich ihr nicht länger antun. Nach Rücksprache mit meiner Tierärztin in der Schweiz gab ich ihr ein starkes Schmerzmittel in Verbindung mit einem Beruhigungsmittel. Leider war ihr Abschied nicht so sanft wie erhofft. Keine Ahnung ob sie von dem Mittel einen "schlechten Trip" hatte, jedenfalls fing sie herzzerreissend an zu jammern, heulen und bellen. Sie beruhigte sich glücklicherweise und so beschloss ich, nach verlassen des Campingplatzes, beim Tierarzt vorbei zu fahren. Der Tierarzt war sehr liebevoll. Leider reagierte sie auf das Sedierungsmittel gleich wie auf das Beruhigungsmittel. Wer will schon leise und heimlich sterben, wenn es auch mit einem Knall geht?! Das Herz der kleinen Kämpferin war noch immer viel zu stark. Es dauerte lange bis es aufgab. 😭😭😭

Cara kam selbstverständlich mit nach Hause. Der Tierarzt meinte erst, das könne er nicht machen wegen dem Zoll, doch als wir ihm zusicherten, dass wir nie bei ihm gewesen sind, falls tatsächlich jemand kontrollieren würde, willigte er zum Wohl des Tieres ein. Dafür bin ich ihm sehr dankbar!

Wie ich immer sagte "das Tiefkühlfach ist reserviert für Cara". Und egal wie makaber es sich anhören mag, genau darin trat sie die Rückreise in die Schweiz an. 

Eigentlich wollten wir unterwegs gemütlich einkaufen gehen. Vorräte aufstocken, Mitbringsel und einen kleinen Peka-Ofen kaufen. Doch nach dem Tierarzt waren wir verständlicherweise total durch den Wind. Wir hatten alles vergessen, fuhren einfach nur noch so schnell wie möglich unseren nächsten Schlafplatz in Österreich an. Wir standen beide irgendwie unter Schock.  

In der Jausenstation Schauphof übernachteten wir und assen zu Abend. Ich brachte jedoch kaum etwas von dem guten Essen runter...

Der herzliche Gastwirt bot uns an, dass wir ungeniert eine weitere Nacht bleiben dürfen. Wir nahmen sein Angebot gerne an und beschlossen uns mit einer Radtour abzulenken. Es war nicht ganz einfach einen Weg die Berge hoch zu finden. Die meisten Wege waren mit Schlagbaum und Fahrradverbot versehen. Letztendlich fanden wir eine Route, doch der Weg war ganz schön steil. Ohne eBike wären wir da niemals hoch gekommen. Belohnt wurden wir mit einem guten Mittagessen. Mein Apetit wehrte sich noch immer, aber weil Süsses immer geht, schaffte ich fast die Hälfte vom Kaiserschmarrn. Leider verdarb ich Christoph durch eine unbedachte Bemerkung ebenfalls den Apetit. Wir litten eben beide unter der Situation.

Der gestrige Tag hatte uns gut getan. Wir nahmen eine weitere, längere Etappe gen Heimat in Angriff. Am Zielfinger See verbrachten wir die letzten beiden Tage. Nochmal etwas runter kommen und die vergangenen Tage verdauen. Wir konnten gerade noch den letzten Platz mit super Seesicht ergattern. 

Christoph wollte am Samstag unbedingt schwimmen gehen. Das Wasser war wohl kälter als das Meer in Pula. Gegen Abend kündigten sich immer wieder Gewitter an. Aber erst in der Nacht zog eines über uns hinweg. Wir hatten Glück, unser Wohnmobil stand mit der Schnauze genau gegen den Wind, so wurden wir kaum durchgeschüttelt.

Der Sonntag startete verregnet. Deshalb fuhren wir früher nach Hause, als für einen Sonntag üblich. 

Wir genossen einen schönen Urlaub, hatten viel Schönes und Interessantes gesehen und erlebt. Nur dieser Abschluss hätte nicht sein müssen... Auch wenn uns bewusst war, dass Cara alt und krank war, so hofft man trotzdem, dass der letzte Tag noch weit in der Zukunft liegt.

Jausenstation Schauphof, 

Abgelegener Stellplatz, ruhig, einfache Stellplätze entlang der Hofzufahrt, tolles Essen im Restaurant, herzliche Gastgeber

kostenlos, keine Versorgung, Strom €2

Koordinaten: N47°17.130  E13°24.482

Zielfinger Seen, Nähe Mengen

Schöner SP am Anglersee, teilweise mit Seeblick, kleiner Kiosk mit Brötchenservice, abends fuhr der italienische Eiswagen auf den Platz (Eis war lecker)

€14/24h, V/E/S/C, Wifi, €1/2kWh, Frischwasser €1/100L, Kleinmenge während Kiosköffnungszeiten gratis

Koordinaten: N48°01.855  E9°16.966

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