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Tulpenschnuppern

Das Wohnmobil war gepackt und reisefertig. Ich holte Christoph am Freitag direkt nach dem Feierabend ab. Wir fuhren so lang und weit wie möglich und schafften es bis nach Dudelange in Luxemburg. Der kleine Stellplatz war proppenvoll (kein Wunder, wenn man so spät ankommt). Es war bereits nach acht Uhr und so stellten wir uns gegenüber auf den Werkshof und kochten Abendessen. Anschliessend fuhren wir etwas weiter zum Sportzentrum und stellten uns neben ein riesiges, schwedisches Wohnmobil. Die Nacht war wunderbar ruhig.

Nach dem Frühstück fuhren wir zügig weiter. In Liège stoppten wir bei Decathlon. Ich brauchte wieder neue Hosen und die Kletterhosen sind so herrlich bequem. Übernachten wollten wir in der Marina in Maastricht, doch die war bereits voll. So fuhren wir kurzerhand auf den Stellplatz am anderen Ende der Stadt. Sobald das Wetter etwas freundlicher wurde, fuhren wir mit den Rädern los und erkundeten die Stadt. Vergangenes Jahr konnte ich Christoph aus gesundheitlichen Gründen leider nicht begleiten, deshalb freute ich mich nun umso mehr. Die Altstadt ist hübsch und mit seinen kleinen, gepflegten Gassen sehr ansprechend.

Geplant war am Sonntag der Besuch vom Freilichtmuseum in Bokrijk, doch das Wetter war so unfreundlich, dass wir das vertagten. Wir vertrieben uns mit der Beschäftigung die Zeit, der auch alle anderen in der Region nachgehen: Shopping in Roermond. Der angefahrene Campershop hat wegen Umbau geschlossen und so wichen wir notgedrungen auf den Decathlon aus. Durch den Outletstore schlenderten wir etwas unmotiviert durch (oder zumindest ich). Anschliessend fuhren wir weiter nach Varik. Hier standen wir vergangenes Jahr bereits. Zum Schiffe schauen kamen wir gar nicht gross, denn wir setzten uns sofort wieder auf die Räder und fuhren nach Tiel, um noch einige Zutaten für unser Abendessen zu holen.

Die Nacht war so ruhig wie sie sein kann, wenn ständig Transportschiffe vorbei tuckern. Gestört hat uns das nie. Wir zogen weiter, den Tulpen entgegen. Der Stellplatz in Abbenes bot sich an, um von hier aus morgen mit dem Rad zum Keukenhof zu fahren. Doch erst fuhren wir heute damit nach Leiden. Ich wollte gerne die Altstadt sehen, die mit ihren Grachten so schön sein soll. Christoph wäre lieber ans Meer gefahren. Die Altstadt war teilweise enttäuschend, aber immerhin fanden wir ein Pannekoekenhuus, wo wir uns frische Pfannkuchen gönnten. Zum Znacht assen wir die selbstgemachte Suppe, die auf dem Stellplatz verkauft wurde.

Am Dienstag packten wir die Hunde ins Körbchen und fuhren zum Keukenhof. In einem Teil  vom Park waren die Tulpen praktisch schon verblüht, glücklicherweise in einem anderen Teil nicht. Anderswo stand die Blüte sogar erst bevor. Wie auch immer die das so gut timen können... Der Duft war aber überall betörend.
Nach der Besichtigung fuhren wir ins Zentrum von Lisse und gönnten und bei Frouw Holle leckere Pfannkuchen. Spannende Kombinationen gab es hier. Christoph nahm Brie, Speck und Ananas. Meiner war mit einer Art Süss-Sauer-Sosse. Hat genial geschmeckt!

Ich hatte schlecht geschlafen. Cara war nicht fit und wollte immer wieder raus. Das Wetter nahm heute eine Auszeit und wir fuhren weiter Richtung Zeeland. In Stellendam gibt es einen kleinen Bauernhof-Camping, wo wir die Nacht verbrachten. Der kleine Flohfänger (Hofhund) begrüsste uns energisch, wich danach aber kaum mehr von unserer Seite. Nach unserer Ankunft fuhren wir mit den Rädern ins Dorf, um etwas zu essen. Wir gönnten uns Loaded Fries, eine leckere Kalorienbombe. Frisch gestärkt wollte Christoph mit dem Rad eine Ausfahrt zum Strand in Ouddorp machen. Der Wind war kalt, meine warme Jacke und die Handschuhe im Wohnmobil und meine gute Laune ging irgendwo unterwegs verloren...

Am nächsten Tag wollte Christoph am Brouwersdam Radfahren gehen. Ich hatte keine Lust und widmete mich dafür meinem Krimi, den ich vergangenes Jahr zu lesen begonnen hatte. Während er durch Renesse kurvte und gegen den Wind ankämpfte, wurde ich auf dem Parkplatz von Kuschelcampern zugeparkt. Für mich unverständlich, denn schliesslich hatte es noch so viel freien Platz. Hier möchte ich nie im Sommer stehen! 

Als er zurück war, fuhren wir mit dem Wohnmobil nach Burgh in die Mühle. Dort gibt es leckere Pannekoeken (ja, schon wieder 😜), die mit dem selbstgemahlenen Vollkornmehl gebacken wird. Nachdem wir unseren Kühlschrank wieder gefüllt hatten, fuhren wir nach Antwerpen. Dort gibt es ziemlich zentral einen grossen Stellplatz, der früher mal ein Campingplatz war. Zu dieser Jahreszeit viel Platz und eine gemütliche Atmosphäre. Wir packten die Hunde ins Körbchen und fuhren ins Zentrum. Christoph gönnte sich belgische Fritten und ich mir Pralinen. Die reichlich belegte Waffel teilten wir uns, wobei ich mit dem Essen anfänglich leichte Mühe hatte. 😂

Interessant war die Fahrt durch die Flussunterführung Sint Anna-Tunnel. Mit dem Lift ging es 31m hinunter. Dort unten war es eisig kalt. Weil wir das so witzig fanden, fuhren wir auf der anderen Flussseite zum Kennedytunnel, wo wir das gleiche Spielchen zur anderen Flussseite zurück machten.

Der Stellplatz liegt direkt neben der Autobahn. Trotzdem empfand ich den Lärm weniger störend als auf den letzen beiden Plätzen. Das Rauschen war konstant und erinnerte mehr an einen Fluss oder Wasserfall.

Auf dem Weg Richtung Heimat besuchten wir das Freilichtmuseum Bokrijk bei Gent. Das Museum bot uns als Ausländern wenig Interessantes, da uns der Bezug fehlte. Einzig das selbst gebackene Brot war sehr lecker. Nach dem Besuch wollte Christoph unbedingt noch zum Veloweg, der durch's Wasser führt. Ich wäre gerne mitgefahren, doch mein Unterleib machte mir einen Strich durch die Rechnung.

Anschliessend fuhren wir weiter nach Maastricht. Christoph wollte nicht glauben, dass der Marina-Stellplatz wirklich voll ist und klingelte zur Sicherheit durch. Tja, das Schild "voll" hing doch nicht grundlos. 😜 Also auf zum anderen Platz. Doch auch dort waren alle 100 Stellplätze bereits belegt. Nach kurzer Internetrecherche fuhren wir auf einen Stellplatz in einem abgelegenen Dörfchen. Dort war die Chance am grössten, dass wir einen freien Platz erhaschen können.

Mit grossen Schritten ging es weiter Richtung Schweiz. Christoph hatte sich für einen Stellplatz in Metz entschieden. Wir packten nach Ankunft sofort unsere Räder aus, um ins Zentrum zu fahren. Die Hunde wollte ich nicht alleine im Auto lassen. Irgendwie hatte ich hier kein gutes Gefühl. Ist mir egal, wenn die Wertsachen weg kommen, aber wenn den Hunden etwas passieren würde... In der Altstadt waren sehr viele Menschen unterwegs, viel zu viele für meinen Geschmack. Ich war froh, als wir zurück zum Platz fuhren.

Die Nacht war erstaunlich ruhig. Erst als wir abfahrbereit waren, weckte der Rumäne die Langschläfer mit lauter Musik. 😂 Unterwegs machten wir einen kleinen Umweg, um ein Schiffshebewerk zu besuchen. Direkt am Rhein fanden wir einen einfachen und herrlich entspannten Stellplatz. So konnte Christoph nochmals ein paar Schiffe sehen und ich endlich meinen Krimi fertig lesen. Hier waren wir nicht zum letzten Mal, denn er liegt nur ungefähr zwei Stunden von uns entfernt.

Parkplatz in Dudelange (L)

Gerader, geteerter Parkplatz am Waldrand zwischen Schule und Sportzentrum, beleuchtet

Kostenlos, keinerlei Versorgung

Koordinaten: N49°28.366  E6°04.380

Stellplatz in Maastricht (NL)

Stellplatz mit vernünftig grossen Parzellen zwischen Strasse und Fluss, beleuchtet. Parkschein lösen und damit die Schranke öffnen. Strom wird anhand der Stromsäulen-Nummer freigeschaltet.

€16 pro Tag (Abreise bis 13 Uhr), E/C kostenlos, Frischwasser 50ct für 50 Liter, Strom 50ct/kWh, Wifi gratis

Koordinaten: N50°52.504  E5°40.852

Stellplatz in Varik (NL)

Stellplatz direkt am der Waal, sehr ruhig. Gut um Schiffe zu gucken und für Fahrradausflüge. 

€8 pro Tag, keinerlei Versorgung

Koordinaten: N51°49.544  E5°22.773

Stellplatz Het Groene Hart in Abbenes (NL)

Grosser Stellplatz beim Bauern. Sehr schöne SP im hinteren Teil mit Wiese. Vorne auf Asphalt. Es gibt Souvenirs und handgemachte Suppen zu kaufen. Bahn, Strasse und Flugzeuge sind dauernd zu hören. 

€14 pro Tag (Abreise bis 12 Uhr), V/E inklusive, Strom €2, nur Bio-Toilettenausguss, Wifi gratis

Koordinaten: N52°13.560  E4°37.173

Hofcamping Woutrinahoeve in Stellendam (NL)

Kleiner Campingplatz beim Bauern. Sehr grosszügige Parzellen. Familienfreundlich. Strasse je nach Windrichtung gut hörbar.

€17 pro Tag, Touristenabgabe €0,96, Strom €2,50, V/E/C/WC/Dusche, kein Bodeneinlass

Koordinaten: N51°47.462  E4°02.005

Stellplatz Vogelzang in Antwerpen (BE)

Grosser, ehemaliger Campingplatz. Mit dem Fahrrad nur wenige Minuten bis ins Zentrum. Die Autobahn ist immer zu hören, allerdings klingt es eher wie das Rauschen eines Wasserfalls. Schöne Atmosphäre.

€10 pro Tag (Abreise bis 19 Uhr), V/E/C inklusive, Strom €1/kWh

Koordinaten: N51°11.378  E4°24.043

Stellplatz in 'sGravenvoeren (BE)

Grosser Wanderparkplatz, teilweise schräg. Ruhig. Im Dorf soll es guten Apfelkuchen geben.

Kostenlos, keine V/E/C/S

Koordinaten: N50°45.393  E5°45.603

Stellplatz in Metz (FR)

Grosser, gemischter Parkplatz, ein Teil ist kostenlos für WoMos reserviert, wenn voll, darf auf dem Parkplatz übernachtet werden. Teilweise sehr schräg. Chaotisch und unordentlich, irgendwie typisch französisch.

Kostenlos bzw. Tageskarte 9-19 €4, V/E, Wasserhahn wird auch zur Kloreinigung missbraucht

Koordinaten: N49°07.429  E6°10.143

Stellplatz am Kanal in Dieboldsheim (FR)

Langer Abschnitt entlang des Kanals, auf dem WoMos geduldet sind, sehr ruhig, perfekte Sicht um Schiffe zu beobachten (hat aber nicht viele)

Kostenlos, keine V/E/C/S

Koordinaten: N48°17.856  E7°40.785

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