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Neue Horizonte in Kroatien

Freitag, kurz vor 13 Uhr fuhren wir los. Die Fahrt verlief bis auf einige Stockungen gut. Die erste Nacht verbrachten wir auf dem firmeneigenen Stellplatz vom Caravan-Giganten „Der Freistaat“. Wir hatten gerade noch genügend Zeit, um im grossen Shop einkaufen zu gehen.

Am zweiten Tag erreichten wir nach einigen Shopping-Stops einen Stellplatz nach Lublijana. Unterwegs löste sich eine Radkastenverkleidung, sodass wir notgedrungen in den gefühlten 200. Baumarkt (während dieser Reise) fahren mussten. 😉

An Tag 3 fuhren wir bis zu einem Stellplatz nähe der Plitvicer Seen. Am späteren Nachmittag schwangen wir uns auf unsere Fahrräder, um noch „schnell“ zu den Seen zu fahren. "Nur mal schnell schauen, wo wir morgen hin müssen." Doch Christoph lotste uns hinten rum über einige knackige Hügel zum See. Weiter war der Zutritt mit Fahrrad leider untersagt und die Sonne kam dem Horizont bereits nahe, also fuhren wir zurück.

Pünktlich um 8 Uhr standen wir in der noch kurzen Kassen-Schlange. Leider erkundeten wir den Park von Eingang 1 aus, was uns nicht direkt zu den berühmten Wasserfällen brachte, sondern einem unbekannteren Teil entlang führte. Am Ende dieses Abschnitts beschlossen wir umzudrehen. Die Besucher kamen uns nun im Gänsemarsch entgegen. Um 10 Uhr waren wir draussen und die Massen drängten hinein. Eins ist klar: je früher, desto besser und beim nächsten Mal werden wir den Eingang 2 nehmen. Trotzdem war die Wanderung schön. Auch wenn es vermutlich DIE touristische Attraktion Kroatiens ist, so wollte ich sie doch besucht haben.

Wir hatten die spontane Idee nach Bosnien zu fahren. Da sie jedoch nicht der EU angeschlossen sind, wären zusätzliche Impfungen und Atteste für die Hunde notwenig gewesen. Wir brachen unser Vorhaben vor der Grenze ab (die Schlange war eh viel zu lange 😉). Also ab ans Meer. In Senj wollte mir Christoph unbedingt die Uskokenburg der roten Zora zeigen (Festung Nehaj). Die Begeisterung zu seiner „Jugendliebe“ hält bis heute an. Wir landeten etwas südlich auf einen Campingplatz mit Parzellen direkt am Meer. Keine drei Meter trennte unser Wohnmobil vom Wasser! Weil’s so schön war und wir eine kleine Pause verdient hatten, blieben wir zwei Nächte bevor es weiter in den Süden ging.

Vor Zadar gibt es einen neuen Stellplatz mit allen Annehmlichkeiten und Pool. Die Sanitäranlagen waren improvisierte Häuschen, die Toilette und Dusche aus Marmor beherbergten. Ich kam mir vor wie in Thailand. Sobald es etwas kühler wurde, sattelten wir unsere Räder und fuhren über holprige Schotterwege nach Zadar. Die armen Hunde… Am Hafen wollten wir unbedingt die Meeresorgel hören. Interessante Sache, doch leider heute nur schwach zu hören. Wir gönnten uns Burek und Pizzataschen und machten uns auf den Rückweg. Es war bereits dunkel, doch die eBikes haben glücklicherweise gutes Licht.

Unterwegs zur Insel Pag besuchten wir einen Pevec. Christoph hatte davon geschwärmt. Eine „Männerboutique“, eine Mischung aus Baumarkt, Media Markt und Möbelhaus. Ich gönnte mir zwei tolle, emailierte Töpfe für in die Bergruh. Das Wetter wurde zunehmend schlechter, teilweise regnete es sogar kurz. Unser nächster Campingplatz war abgelegen in steiler Hanglange. Wasser wird per Tankwagen geliefert, weshalb wir auch auf die Versorgung unseres Wohnmobil verzichteten. Strom und Wifi gab es hier auch nicht, dafür einen schönen Ausblick aufs Meer. Zwei Nächte genossen wir die Ruhe und das Plätschern des Meeres. Mit dem Fahrrad fuhren wir bis zum Ende der Insel. Auf dem letzten Abschnitt mussten wir die Räder zurück lassen und die Hunde tragen, denn der Weg war viel zu steinig. Auf dem Rückweg hätten wir in einem Hafenrestaurant gerne zu Mittag gegessen, doch ausserhalb der Hochsaison scheint hier noch alles geschlossen zu sein.

Um von der Insel zu kommen, nahmen wir heute die Fähre. Ich hasse Fähren. Ich habe dabei immer ein mulmiges Gefühl. Glücklicherweise dauerte die Überfahrt nur 20 Minuten. Wir fuhren weiter nach Punat auf der Insel Krk (hier gibt’s eine mautpflichtige Brücke). Wir suchten uns auf dem Campingplatz ein schönes Plätzchen mit Meerblick. Solch einen Ausblick hatte ich vom Wohnmobil-Klo noch nie! 😂

Schnell freundeten wir uns mit Zürcher Wohnmobilisten an. Christoph lud Roli und Coni auch zum Abendessen ein: Älplermakronen, die waren richtig lecker!

Am zweiten Tag fuhren wir mit den Rädern nach Krk und gönnten uns ein Eis. Tags darauf machten wir eine Wanderung zum alten Leuchtturm. Wir hatten nur 1,5L Wasser dabei, was sich bei dem warmen Wetter als viel zu wenig herausstellte. Die Abkühlung in einer kleinen Bucht kurz vor dem Campingplatz kam gerade richtig. Am Nachmittag realisierten wir, dass wir langsam los müssen, wenn wir noch auf die Insel Cres wollen. Da das Wetter für morgen etwas schlechter prognostiziert war, wollten wir dies „nutzen“. Allerdings war ich mental überhaupt nicht bereit weiter zu reisen. Wir wurden von Roli und Coni wieder zum Tee eingeladen und verabschiedeten uns schweren Herzens. 

Ich war regelrecht frustriert, als wir aufbrachen. Ich wollte hier nicht weg. Es war viel zu schön. Wir fuhren zur Fähre und hatten Glück. Keine zwei Minuten nachdem wir drauf gefahren waren, legte sie ab. Dieses Mal nahm ich die Hunde mit nach oben, was die Überfahrt etwas entspannter für mich machte. 

Wir steuerten einen Campingplatz ganz im Süden in Mali Lošinj an. Für die Besichtigung des Campingplatzes wurden wir im Golfwägelchen rumgefahren. Der Platz war schön, aber uns sagte er nicht zu. Die Baustelle mit den grossen Maschinen auf dem Platz taten ihr Übriges. Wir fuhren zurück zum Hafen von Mali Lošinj, und schossen ein paar Touristen-Fotos. 😂 Die Drehbrücke schauten wir uns ebenfalls an, doch leider ist die nur um 9 und 18 Uhr in Betrieb. Wir beschlossen nach Punta Kriza zu fahren und den dortigen Campingplatz zu besichtigen. Schlimmstenfalls wären wir halt zurück nach Punat gefahren. Doch der Platz bot wunderschöne Parzellen direkt am Meer, mit Sitznischen. Ein richtiger Traumplatz. Beim Einchecken war ich allerdings etwas angepisst, als Christoph meinte, dass wir etwa eine Woche bleiben. Dann hätten wir wirklich nicht so früh von Punat abreisen müssen. Doch der Plan war ursprünglich ja auch etwas anders.

Wir liessen es uns gut gehen und genossen die besondere Freiheit, die uns dieser Platz ermöglichte. Zwei mal waren im Restaurant essen, ansonsten kochten wir selber viel zu leckeres Essen... Wir liessen uns den Pelz bräunen, viel mehr konnte man hier auch nicht unternehmen. Der Platzt liegt so abgelegen, dass man faulenzen muss.

Praktisch zur Halbzeit unseres Urlaubs, am Montag 14. Mai, kam das schlechte Wetter. Wir hatten deshalb beschlossen weiter zu reisen. Es regnete in Strömen als wir den Platz verliessen. Anstatt die direkte Fähre nach Istrien zu nehmen, fuhren wir den Bogen über Krk und gingen in Rijeka einkaufen. 

Übernachtet haben wir auf einem etwas lieblosen Campingplatz. Kommt man mit Zelt oder 4x4 wird man sich hier sicherlich wohl fühlen. Mit dem Wohnmobil bleibt einem eigentlich nur übrig, entlang der "Hauptstrasse" zu parkieren. Christoph entschied sich für einen abenteuerlicheren Stellplatz auf einem Wiesenstück: "da komm ich doch runter". Dass er da wieder rauf muss, verdrängte er zu diesem Zeitpunkt erfolgreich. Das Drama kündigte sich wenig später an, als vier junge Freiburger/innen mit ihrem Wohnmobil im oberen Stück dieser Wiese stecken blieben. Mit viel Schieben und Glück kamen sie unversehrt wieder raus. Diese Nacht schliefen wir beide entsprechend schlecht. Direkt nach dem Aufstehen brachen wir auf. Nach Frühstück stand uns der Sinn nicht, wir wollten nur weg. Wie befürchtet kamen wir aber nicht mehr alleine raus. Es hatte die ganze Nacht geregnet, was den Boden noch weicher und rutschiger machte. Platz- und Hauswart konnten das Wohnmobil schlussendlich wieder raus ziehen. Mit noch mehr Glück als am Vortag, kamen auch wir ohne grössere Schäden davon. Das Wohnmobil schleifte während der Bergung auf der gesamten Länge einem alten Baumstrunk entlang. Die Verkleidungen und der Wassertank blieben heil, lediglich die Stossstange hatte einen kleinen Riss abbekommen. Doch die Aktion hätte richtig teuer werden können...

Unterwegs, nachdem sich der Adrenalinpegel etwas gesenkt hatte, frühstückten wir auf einem Parkplatz. Wir fuhren auf den südlichsten Campingplatz in Prementura. Doch die zahlbaren Stellplätze waren total schräg. Wir beschlossen, wenn schon teuer, dann können wir auch gleich nach Pula fahren. 

An der Rezeption wusste Christoph sofort welchen Platz er will, denn er kommt seit über 8 Jahren hier hin. Wir staunten nicht schlecht, als ein Holländer mit seiner Concorde unseren Platz belegte. Wie sich zeigte stand er sowohl auf seinem, als auch auf unserem Platz. Seine Frustration war gross, als er begriff, dass er den ganzen Aufbau abbauen und sich umstellen muss. Mir hingegen war sofort klar, dass es neben diesem Dickschiff richtig eng werden würde. Wir gingen deshalb über den Platz und entschieden uns für einen anderen Stellplatz, mit viel Schatten. Im Nachhinein die ideale Lösung wegen der Hunde. So konnten wir sie ruhigen Gewissens kurz im Wohnmobil lassen, um etwas zu unternehmen.

Mit den Rädern waren wir praktisch jeden Tag unterwegs: Lebensmittel auf dem Markt kaufen, Shopping, Sightseeing oder einfach nur gemütliche Ausfahrten, mal mit, mal ohne Hunde. Die letzten Tage vor der Abreise genossen wir hier. Zu Beginn war es schön ruhig, doch ab Donnerstag füllte sich der Platz zusehends (Pfingstferien). Die Bekannten von Christoph trafen ebenfalls alle am Samstag ein.

Leider schlug entgegen unserer Planung das Wetter etwas zu früh um, weshalb wir bereits am Dienstag aufbrachen. Zumindest mussten wir uns somit auch nicht beeilen und konnten einige Stopps einlegen. Wir fuhren kurz in Rovinj vorbei. Das Städtchen ist zwar noch immer sehr schön, doch die Touristenmassen widerstrebten mir extrem!
In Österreich fuhren wir einen kleinen Stellplatz mit Restaurant an, weil wir nicht kochen wollten. Dieser erwies sich als Glücksgriff. Den Abschluss machten wir auf dem Campingplatz von Gütighausen.

Fazit: Mein erster Urlaub in Kroatien war toll. Ich habe viele schöne Plätze gesehen. Die Leute waren alle nett, keine negativen Begegnungen. Die Campingplätze waren sauber und meistens gut gepflegt. Beim nächsten Mal werde ich die touristischen Zentren sicherlich meiden, aber wir kommen auf jeden Fall wieder!

Die "Horrormeldungen" im Netz, dass am Zoll bis auf die Zähne bewaffnete Beamte stehen, treffen überhaupt nicht (mehr) zu. Der Grenzübergang war immer problemlos, wenn auch an den typischen Reisetagen mit Stau zu rechnen ist. Ach und noch was: Am Zoll zwischen Slowenien und Kroatien wird 4x kontrolliert. Erst die Polizei, dann der Zoll und das bei beiden Ländern. Aber keine Angst, ihr hört sofort, wenn ihr was falsch macht. 😜

Das Reisetagebuch und viele weitere Bilder gibt's wie immer auf: Track my Tour

Stellplatz beim Freistaat, Deutschland

Firmeneigener SP, max. 3 Tage 

SP und Wifi kostenlos, Strom, WC, Ver- und Entsorgung kostenpflichtig

Koordinaten: 48°16.925 E11°15.642

Stellplatz in Višjna Gora, Slowenien

einfacher und ruhiger SP beim Sportplatz, Musik von der Bar kann laut sein

€10/Nacht, inkl. Strom, Wasser, Dusche/WC , Ent-/Versorgung und Wifi (bei der Bar)  kostenlos

Koordinaten: 45°57.107 E14°45.163

Camping Place Cvetkovic in Jezerce, Kroatien

Kleiner, ruhiger Stellplatz am Waldrand, Hanglage (sehr schräg), Sani vorhanden, ganz in der Nähe der Plitvicer Seen

€10/Person, inkl. Strom, Wasser, Ent-/Versorgung und Wifi (bei der Rezeption), Dusche/WC

Koordinaten: 44°51.802 E15°38.353

Campingplatz Raca Euro Camp in Sveti Juraj, Kroatien

Campingplatz an der Küstenstrasse, ein paar Stellplätze direkt am Strand

€25/Nacht, inkl. Strom, Wasser, Ent-/Versorgung und Wifi kostenlos

Koordinaten: 44°54.999 E14°54.873

Stellplatz Marni vor Zadar, Kroatien

In der Industrie gelegen, grosszügige Parzellen, nachts ruhig, spezielle Sani, Pool, Grillstelle, Fahrservice nach Zadar durch Betreiber

150kn/Nacht, inkl. Strom, Wasser, Ent-/Versorgung und Wifi (Code bei Bezahlung/Marni2017)

Koordinaten: 44°07.993 E15°17.604

Camping Skovrdara in Novalja, Pag/Kroatien

Schön angelegte Hanglage, direkt am Meer, ruhig, Dusche/WC

105kn/Nacht, Hunde kosten extra, kein Strom, Wasser (kommt mit Tankwagen)

Koordinaten: 44°37.686 E14°47.564

Camping Konobe in Punat, Kroatien

Grosser aber gut verzweigter und unterteilter CP, Hanglage, immer saubere Sani, ungezwungene Atmosphäre

€17/Nacht (ACSI) + Anmeldegebühr und Touristenabgabe, alles inklusive, Wifi bei der Rezeption

Koordinaten: 44°59.475 E14°37.837

Camping Baldarin in Punta Kriza, Cres/Kroatien

Zweigeteilter CP, im hinteren Teil tolle Premiumplätze am Wasser und leckeres Essen im Restaurant, grosser Lebensmittelladen, schöne Sani

€22,30/Nacht, alles inklusive, Hunde extra

Koordinaten: N44°36.931 E14°30.476 

Camping Opatija in Ičići, Kroatien

"Liebloser" Campingplatz, Wald- und Wiesenstück in Hanglage, keine richtigen Parzellen

€18,50/Nacht, Wasser, Ent-/Versorgung und Wifi, Strom und Hunde extra

Koordinaten: 45°18.623 E14°17.067

Camping Arena Stoja in Pula, Kroatien

Grosser Campingplatz direkt am Meer, zu wenige aber saubere Sani, 

240kn/Nacht, alles inklusive, Hunde extra

Koordinaten: N44°51.576 E13°48.878

Stellplatz Istra in Vizinada, Kroatien

Einfacher Übernachtungsplatz beim Bauern, Bezahlung im Restaurant 

75kn/Nacht inkl. Strom und Frischwasser, keine Entsorgung

Koordinaten: N45°18.006 E13°44.939

Jausenstation Schauphof in Flachau, Österreich

PP entlang der Zufahrt, nur für kleine Mobile. Ein urchiges Restaurant mit leckerem Essen und sehr freundliche Betreiber.

5 kostenlose Stellplätze, lediglich €2 für Strom

Koordinaten: N47°17.129 E13°24.483

Campingplatz Gütighausen, Schweiz

Einfacher CP direkt an der Thur, veraltetes und zu kleines Sani-Gebäude

Preis ca. CHF 27/Nacht, kein Strom, Hunde extra

Koordinaten: N47°17.129 E13°24.483

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