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Von Folkestone bis Staffin

Die grosse Tour durch England, Schottland und Wales begann am 17. Mai. Der VW-Bus war das perfekte Gefährt für eine solche Tour. Leider weiss ich nicht, wie viele Kilometer ich abgespult habe, aber ein paar Tausend werden es wieder gewesen sein.

 

Es gab so viele wunderschöne Plätze zu sehen, so viel zu erkunden. Die Faszination, die vor allem Schottland auf mich ausübt ist fast nicht in Worte zu fassen. Man muss es selber gesehen und erlebt haben, um das zu verstehen! Ich hatte grosses Glück mit dem Wetter. Wenn die Lochs dunkelblau glitzern, die Berge in Braun oder sattem Grün leuchten und ab und an ein paar Wolken vorbeiziehen, dann sind dies Bilder, die man nie mehr vergisst. Doch seht selbst. 

 

Einen guten Überblick über diese Rundreise vermittelt auch mein Track my Tour-Tagebuch.

 

Tag 1 - Freitag, 17. Mai

Der erste Tag ging mit der Fahrt durch Frankreich drauf. Ich übernachtete auf dem Parkplatz in Berges. Nah genug an Calais, um morgen keine allzu lange Anfahrt zum Eurotunnel zu haben.

Tag 2 - Samstag, 18. Mai

Die erste grosse Hürde war der Zoll. Der Impfausweis von Cara war nicht vollständig bzw. fehlerhaft ausgefüllt. Nach zwei Telefonaten in die Schweiz, zwei Faxe, eine Fahrt zum Tierarzt in Calais, 20 Euro Gebühr für die Eintragung im Ausweis und zwei Stunden Verspätung konnte ich endlich einchecken.

Die Zugfahrt dauerte lediglich 35 Minuten. Ab in den Linksverkehr. Ich konnte es nicht lassen und fuhr sofort einkaufen. 

Einige Single Track Roads später traf ich in Edingley auf dem New Hall Farm Touring Park ein. Ruhig auf einem Hügel gelegen.


Tag 3 - Sonntag, 19. Mai

Als erstes stand der Besuch der Major Oak im Sherwood Forest an.  Ein gemütlicher Spaziergang durch einen eindrücklich alten Wald. Die Eiche ist tatsächlich riesig. Die Äste müssen abgestützt werden.

Nur wenige Kilometer weiter  finden sich die Creswell Crags. 

Weiter zu den Bringham Rocks. Das Klettern liess ich dann doch sein.

Die Fahrt durch das Fylingdales Moor zum Middlewood Farm Holiday Park in Robin Hood's Bay. Eine solche Landschaft hatte ich noch nie zuvor gesehen.


Tag 4 - Montag, 20. Mai

Das Wetter war heute typisch englisch, passte somit perfekt zur ersten Sehenswürdigkeit. Leider war ich für Whitby Abbey viel zu früh dran. Der Engel des Nordens rostete im Nieselregen vor sich hin.

Mein Weg führte mich weiter quer über die Insel, entlang am Hadrian's Wall zum King Robert the Bruce's Cave Camping. Dort soll er sich anno 1306 versteckt haben.


Tag 5 - Dienstag, 21. Mai

Ein Tag ganz im Zeichen der wundervollen Landschaften Schottlands. Der Loch Lomond strahlte mit dem Himmel um die Wette. Durch abwechslungsreiche Hügellandschaften, vorbei an Inverray fuhr ich zum Argyll Caravan Park.


Tag 6 - Mittwoch, 22. Mai

Mein Weg nach Arsaig führte mich unter anderem über eine Strecke mit einer Steigung von über 20%. Leider hab ich das Schild nicht fotografiert und mir nicht gemerkt, welcher Abschnitt es genau war. Verständlich, dass schwere Caravan-Gespanne hier nicht erlaubt waren.

Die Highlands hiessen mich willkommen. Was für ein Anblick!

In Fort William kaufte ich mir eine gute Regenjacke. Danach fuhr ich zum Glenfinnan Viaduct, welches aus Harry Potter bekannt ist. Auf die Dampflok hätte ich zu lange warten müssen. Weiter gings zum Invercaimbe Camping in Arsaig.

Hier bot das Wetter ein wunderbares Schauspiel. Sonne und Regen wechselten sich manchmal im Minutentakt ab.


Tag 7 - Donnerstag, 23. Mai

Über Nacht hatte es geschneit. Ich fuhr wieder gen Osten. In Fort Augustus gab es den Caledonial Canal zu bestaunen. Das Urquhart Caslte am Loch Ness hab ich nicht besichtigt, da Cara nicht willkommen war.

In Inverness schlenderte ich durch die Stadt und gönnte mir ein Porc Pasty. Schade, gibt's sowas bei uns nicht!

Übernachtet wurde im Dingwall Camping. Als Nachbarn hatte ich hier hauptsächlich Hasen.


Tag 8 - Freitag, 24. Mai

Ich besuche die Rogie Falls, wo man zur richtigen Jahreszeit die Lachse flussaufwärts wandern sehen kann.

Vor der Brücke, die nach Skye führt, schlägt mir der Duft des Ginsters  entgegen. Nun weiss ich, woher das Irn Bru (Limonade) seinen Geschmack hat.

Skye ist eine wunderschöne Insel. Der Old Man of Storr ist schon von Weitem zu sehen. Kilt Rock und die Mealt Falls zeigen sich ebenfalls von der sonnigen Seite.

Mein Lager hab ich auf dem Campingplatz in Staffin aufgeschlagen. Wäsche waschen, Sonnenbaden und etwas faulenzen.


Tag 9 - Samstag, 25. Mai

Ein kleiner Spaziergang zu den Dinosaurier-Abdrücken.


Tag 10 - Sonntag, 26. Mai

Das Kilmuir Museum hatte leider geschlossen. Der Friedhof war dafür frei zugänglich.

Beim Eilean Donan Castle waren Hunde ebenfalls unerwünscht. Ich kam an einem Feld mit vielen kleinen Steinhügeln vorbei. Einige waren mit beschrifteten Steinen versehen. Es schien, dass man hier seinen geliebten Haustieren Denkmale hinterlassen hatte. 


Tag 11 - Montag, 27. Mai

Der Faskally Camping Park in Pitlochry war gross und laut. Wegen des Regens liess ich die Besichtigung der Parkanlage des Blair Atoll Castles ausfallen und besuchte dafür die alte Mühle. Der Schmelzwasserkessel Burn O'Vat ist in Natura sehr eindrücklich.

Der Campingplatz in Stonehaven war geschlossen. Mit mir übernach-teten einige andere Wohnmobile auf dem Parkplatz am Strand.


Tag 12 - Dienstag, 28. Mai

Eines der Highlights dieser Reise: Dunnottar Castle. Eine interessante Burg an sensationeller Lage.

Doune Castle wurde als Filmlocation in Monty Python's Ritter der Kokusnuss verwendet.

Ich kam am späten Nachmittag auf dem Blair Drummond Caravan Park an. Das Schild an der Reception meinte, ich soll mir ein Plätzchen suchen und mich morgen früh melden. Machte ich doch gerne. Dieser Campingplatz hat mir sehr gefallen. Die Mauern unterteilen ihn in verschiedene Bereiche. Den grossen Spielplatz zum Beispiel hab ich erst bei Abreise entdeckt.


Tag 13 - Mittwoch, 29. Mai

Der Tag startete mit einem Spaziergang durch den angrenzen Wald. Anschliessend ging's zum Falkirk Wheel. Sozusagen ein Lift für die Kanal-Schiffe. Durch Edinburgh fuhr ich nur durch. Zu viel Verkehr und keine Lust auf Sightseeing. 

Unterwegs meinte mein Boardsystem, ich müsse den Reifendruck prüfen. Wie sich herausstellte, war eines der Ventile defekt und ich verlor jeden Tag etwas Luft. Ich hatte mir eine Fusspumpe gekauft oder fuhr als erstes am Morgen zu einer Tankstelle. Übrigens bekommt man die hier nicht kostenlos.

Dass Hunde in Rosslyn Chapel nicht erwünscht sind, war mir insgeheim gerade recht. Die Aussicht von Scott's View war trotz der Bewölkung recht eindrücklich. Übernachtet hab ich auf der Gibson Park Caravan Club Site in Melrose. Sehr freundliche Betreiber, der mir erst beim Aufpumpen des Reifen Hilfe angeboten und mir anschliessend eine Werkstatt empfohlen hat.


Tag 14 - Donnerstag, 30. Mai

Mein Weg führte mich durch den Lake District auf den Kirkstone Pass. Eine kleine Wanderung Richtung Gipfel. Sich danach im Pub aufzuwärmen wär genau das richtige gewesen. Leider war es proppenvoll und um draussen zu sitzen, war mir das Wetter zu garstig.

Den Singing Ringing Tree hab ich nach langer Suche auch endlich gefunden. Danach war ich etwas übermüdet. Bekannterweise soll man in England nie müde Auto fahren. Wieso? Weil man dann mit grosser Sicherheit auf der falschen Strassenseite fährt. So auch mir passiert. Glücklicherweise hab ich es noch früh genug realisiert!

Eine weitere Stunde verbrachte ich damit einen Campingplatz zu finden. Leider ohne Erfolg, weshalb ich es mir diese Nacht auf dem Parkplatz eines Parks gemütlich machen musste.


Tag 15 - Freitag, 31. Mai und Tag 16 - Samstag, 1. Juni

Frühmorgens ein gemütlicher Spaziergang zum The Dream. So langsam zeigte sich die Sonne.

Ich fand einen wundervoll abgelegenen und ruhigen Campingplatz in Melverley. Der Platz war eigentlich voll aber für meinen kleinen Bus fand sich glücklicherweise noch ein Plätzchen. Ich blieb zwei Nächte. 

Die angrenzende Kirche Melverley Church ist bereits über 1000 Jahre alt. 


Tag 17 - Sonntag, 2. Juni

Schussendlich landete ich auf dem Campingplatz Happy Jakes westlich von Cardiff. Nebenan lag eine Pferdestallung, weshalb der Platz besser in Smelly Jakes umbenannt werden sollte. Ansonsten ein schönes und ruhiges Plätzchen.


Tag 18 - Montag, 3. Juni

Eher zufällig bin ich über diese Parkanlage gestolpert: Roose Point Der Strand war schon sehr ungewöhnlich.

Ein weiteres Highlight war Tintern Abbey. Der Himmel ist das Dach und der Boden erstrahlt in sattem Gras. Was für eine Atmosphäre!

Übernachtet hab ich auf dem Woodlands Campingplatz in Sling.


Tag 19 - Dienstag, 4. Juni

Von Coleford an Clevedon vorbei durch Cheddar Gorge nach Wells. 

Wells ist als Sanford aus dem Film "Hot Fuzz" bekannt. Es war witzig die Schauplätze mal in echt zu sehen. Zudem hat Wells eine wirklich eindrückliche Kathedrale.


Tag 20 - Mittwoch, 5. Juni

Folge dem Bus. Da passt du mit Sicherheit auch durch. Porlock Weir war allerdings ne Sackgasse.

Der grosse Parkplatz und das Kassenhäuschen am Ortseingang machten sofort klar, dass Clovelly äusserst touristisch und autofrei ist. Schön war es trotzdem.

Die Single Track Roads sehen schlimmer aus als sie sind. Zumindest sind die Engländer sehr verständnisvoll. 


Tag 21 - Donnerstag, 6. Juni

Die besondere Hafeneinfahrt und die Aussicht vom Leuchtturm von Boscastle waren einen Besuch wert.

St Ives ist ein nettes, aber sehr touristisches Städtchen. Damit nicht zu viele Touristen auf einmal da sind, haben sich die "St Iver" ein ausgeklügeltes System überlegt. Sie stellen Schilder auf, man solle nicht auf sein Navi achten, dafür aber den Schildern folgen, die einen dann auf den Parkplatz führen. Ich und drei Engländer vor mir taten wie geheissen. Folge davon war, dass wir in einem grossen Bogen ums Dorf herum geleitet wurden (durch teilweise so enge Strässchen, dass der Fahrer im Ford Focus Panik schob) und wieder am Ortseingang standen. Die Engländer nahmen nochmals einen erneuten Anlauf. Ich hatte den Wink verstanden und fuhr weiter nach Sennen Cove. Dort gibt es ein echtes Schiffswrack zu sehen. Ich empfehle die Wanderung weiter bis nach Land's End.

Westlich von Heston fand ich den Primrose Cottage Camping. Ich bin weissgott nicht heikel. Aber wenn sogar ich versuche nach dem Duschen bloss nichts mehr zu berühren, damit ich nicht nochmals von vorne beginnen muss...


Tag 22 - Freitag, 7. Juni

Lizard Point ist der südlichste  Punkt von England. Der Besuch im Seal Sanctuary war sehr interessant. Dort leben hauptsächlich Tiere, die in der Wildnis nicht mehr überleben könnten.


Tag 23 - Samstag, 8. Juni

Ringstead Beach ist einer der sogenannten Fossilienstrände. Fossilien hab ich keine gefunden aber auch die Steine haben dort äusserst ungewöhnliche Formen. Old Wardour Castle wurde im Film Robin Hood (der mit dem Costner) als Locksley Castle bekannt. Da das Schloss auf der einen Seite praktisch intakt und auf der gegenüberliegenden Seite total zerstört ist, musste im Film nicht allzuviel retouchiert werden.


Tag 24 - Sonntag, 9. Juni

Stonehendge liess ich ausfallen, da Cara einmal mehr unerwünscht war. Dafür genossen wir den schönen Tag in Portsmouth und gönnten uns Fish and Chips. Auf der Ship & Anchor Campsite in Ford fanden wir ein ruhiges Nachtlager.


Tag 25 - Montag, 10. Juni

Der Küste entlang ging's zum Birling Gap, ein Abschnitt der Seven Sisters.

Gerne hätte ich mit Cara heute eine ausgedehnte Wanderung entlang der Küste zum Beachy Head gemacht. Doch leider hatte sie sich die Pfote verletzt und wollte verständlicherweise nicht laufen. 

Mein letzter Abend verbrachte ich auf der Norwood Farm. Da die Reception geschlossen war, musste ich mich telefonisch anmelden. Für jemanden, der es hasst zu telefonieren brauchte das etwas Überwindung.


Tag 26 - Dienstag, 11. Juni

Mein Zug fuhr um halb zwei. Bis dahin konnte ich letzte Einkäufe erledigen. In Calais angekommen fühlte ich mich fit genug und fuhr auf direktem Weg nach Hause. Um 23.30 Uhr war ich daheim.

Ein Urlaub mit sehr vielen Eindrücken. Deshalb ein ungewöhnlich langes Urlaubsvideo (37 Min.):
Für die doppelte Musik zwischen Minute 4 und 5 muss ich mich entschuldigen. Iiiirgendwann muss ich das Video neu hoch laden.

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